In seinem heute verschickten Positionspapier skizziert und erläutert der Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung (B.KWK) die notwendigen politischen und regulatorischen Schritte, um die Zukunft der Kraft-Wärme-Kopplung als Bestandteil der erneuerbaren Strom- und Wärmeversorgung zu sichern. Gleichzeitig soll damit die Rolle der KWK als resiliente Energiequelle für Strom und Wärme gestärkt werden.
Die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) ist eine bewährte und effiziente Nutzung aller Brennstoffe. Diese Effizienz spielt sie besonders beim Einsatz der wertvollen erneuerbaren Brennstoffe sowie bei Wasserstoff aus. Sie trägt mit ihren rotierenden Massen und der Fähigkeit, als sogenannter „Phasenschieber“ den Blindleistungsbedarf der Netze decken zu können, entscheidend zur Netzstabilität und Versorgungssicherheit im Energiesystem bei.
Die KWK ist mit diesen Eigenschaften optimal auf den bedarfsorientierten Betrieb ausgerichtet. Die Ausrichtung auf einen jederzeit flexiblen Einsatz ist durch die Anpassung über geeignete Signale aus dem Strommarkt gewährleistet. Die bei der Stromerzeugung anfallende Wärme wird fast ausschließlich sinnvoll genutzt und nur dann, wenn Strombedarf aber kein Wärmebedarf gegeben ist, wie in einem herkömmlichen Kraftwerk weggekühlt.
Damit die KWK ihr volles Potenzial entfalten kann, sind klare politische Rahmenbedingungen erforderlich. Die Transformation des gesamten Energiesystems hin zu einer Dekarbonisierung erfordert geeignete Rahmenbedingungen für bezahlbare Versorgungssicherheit, um für die Bevölkerung und die Wirtschaft eine stabile Energieversorgung zu gewährleisten.
Hier stellt sich die Aufgabe, die notwendigen Dienstleistungen wie Anforderung aus dem Netz und Anforderung aus dem Strommarkt durch passende Rahmenbedingungen für die energetisch sinnvollen Koppelprozesse nutzbar zu machen, um kostentreibende Doppelinvestitionen zu vermeiden. Unerlässlich sind dafür eine Verlängerung des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes (KWKG) bis mindestens 2035 und eine deutliche Erhöhung der Ausschreibungsvolumina in Verbindung mit den Anreizen zu einem raschen Einsatz klimaneutraler Brennstoffe. Zudem muss im KWKG die Kapazitätskomponente aufgenommen werden, damit hocheffiziente KWK und reine Kapazitätskraftwerke ohne Wärmeauskopplung nicht in einen unsinnig teuren Wettbewerb treten.
Durch die verstärkte Einbindung in Wärmenetze und die Nutzung innovativer Technologien kann die KWK einen wesentlichen Beitrag zur Reduzierung von CO2-Emissionen leisten. Der B.KWK setzt sich aktiv dafür ein und bittet die Gesetzgebung um Unterstützung, diese Entwicklungen voranzutreiben und eine nachhaltige Zukunft für die KWK in Deutschland durch Schaffung langfristig stabiler Rahmenbedingungen sicherzustellen.